Aktuelles

Aufruf des Insituts für Kulturkonzepte mit folgenden Fragen, die ich mir bei Eröffnungsreden auch immer wieder stelle:

1. Wer steht da eigentlich vorne?
In Österreich ist es nicht üblich, mit der Begrüßung der Anwesenden auch seinen Namen zu nennen und den Bezug, den man zur Veranstaltung hat. Ist es falsche Bescheidenheit oder vielleicht das Gegenteil, wird davon ausgegangen, dass man allen Anwesenden bekannt ist? Ich weiß es nicht. Aus der Publikumsperspektive steigert es aber den Informationswert, wenn ich die Person zuordnen kann. Aus der Perspektive des Sprechenden kann es ein simpler und persönlicher Einstieg sein, der auch hilft, die Anfangsnervosität in den Griff zu bekommen.

2. Warum dauert die Ansprache so lange?
Klar, es gibt immer viel zu erzählen: Zahlen, Daten, Fakten, Hintergründe und Anekdoten. Manche SprecherInnen lösen das, indem sie alles wortwörtlich niederschreiben und dann eine Seite nach der anderen vorlesen. Das hilft mir zwar beim Abschätzen, wie lange es noch dauern wird, macht die Sache aber nicht unterhaltsamer. Andere sprechen drauf los, kommen vom Hundertsten ins Tausendste, verlieren manchmal den Faden und letztlich auch die Aufmerksamkeit des Publikums. 10 bis 15 Minuten sollten reichen, um eine knackige und unterhaltsame Ansprache zu halten. Je kürzer, umso genauer muss die Vorbereitung sein: Was möchte ich erzählen, was lasse ich weg? Was ist mein roter Faden? Gib es eine Pointe? Und wie lauten der erste und der letzte Satz?

3. Hab ich das Bügeleisen ausgeschalten?
Wenn meine Gedanken gänzlich abschweifen, steigt meist in den hinteren Reihen schon der Geräuschpegel, manchmal hat man auch den Eindruck von Kommen und Gehen. Aber soweit hätte es nicht kommen müssen, wenn die Rede kürzer und informativer, die Akustik besser und die Person mehr in Kontakt mit dem Publikum gewesen wäre.

Geht es Ihnen ähnlich wie mir? Oder sehen Sie das ganz anders? Wie gelingt es Ihnen, Ansprachen und Eröffnungsreden zu halten, die allen Beteiligten Freude machen?

Schreiben Sie Karin Wolf unter karin.wolf@kulturkonzepte.at
...

View on Facebook