FREITAG: Was das harte Leben sanft macht

Dass mein Leben immer wieder als Projektionsfläche verwendet wird, bin ich ja schon gewöhnt. Und trotzdem verwundert mich es immer wieder, welche Eindrücke ich bei anderen zu hinterlassen scheine.

Kürzlich hörte ich, dass ich ein hartes Leben habe. Und weil ich umso lieber nachdenke, je abwegiger die Projektion ist, nahm ich den Impuls auf, um eben dieses Leben einmal mit anderen Augen zu sehen. Hier sind die Fakten: Ich lebe alleine in einem Haus, das im Grunde viel zu groß für mich ist. Das Schreiben von Honorarnoten ist nur beschränkt automatisiert. Ich lebe einer Beziehung über 10.000 Kilometer, die also kaum von Nutzen ist, wenn es um Hilfestellungen im Alltag geht. Ich bin 56 Jahre alt, nicht mehr taufrisch und dem Ende meines Lebens näher als dem Anfang. Habe ich etwas vergessen? Bestimmt.

Das hat aber vermutlich damit zu tun, dass ich unfähig bin, mein Leben unter dem Gesichtspunkt des Mangels zu betrachten – zumindest meistens. Eine Fernbeziehung kann manchmal schon in den Mangel treiben, aber zumindest gibt es Internet und Smartphones. Besser als nichts. Und genau das ist mein Mindset. Heute morgen habe ich gelesen, dass Phantasievorstellungen das Offenlegen des wahren Wesens verhindern. Dass sie dazu beitragen, die Menschen in der näheren Umgebung so zu kostümieren, dass sie den eigenen Bedürfnissen gerecht werden.

Dass das Bemalen meiner Projektionsfläche viel mit den Malern und Malerinnen zu tun hat, war mir bereits klar. Doch ich hatte mich bislang darauf beschränkt, mir das Wesen des Gegenübers anzuschauen und mir einen Reim darauf zu machen. Diese morgendliche Anregung geht eine Ebene tiefer. Und alles, was der Wurzel näher kommt, fasziniert mich.

Wenn also jemand etwas auf mich oder mein Leben projiziert, will er oder sie etwas von mir. Diese Erkenntnis ist wichtig für mich, weil ich da ja ganz schlecht bin. Nämlich insofern, dass ich Beweggründe anderer nur äußerst mangelhaft erahnen kann, weil mir dafür oft die Phantasie fehlt. Von der Zeit rede ich jetzt gar nicht. Ich habe zum Beispiel nie erfassen können, wenn ein Mann in mich verliebt war. Dazu habe ich immer Freundinnen gebraucht, die mir ein Bewusstsein dafür gegeben haben. Ich habe auch in Seminaren und Ausbildungen, an denen ich teilgenommen habe, nie gemerkt, wenn es unter den Teilnehmenden Spannungen gegeben hat. Und ich stehe auch fassungslos vor Interpretationen meiner Sätze, die wohlwollend abgesendet und missmutig aufgenommen werden.

Was will also jemand von mir, wenn er Negatives auf meine Lebensleinwand malt? Vielleicht, dass ich ihn oder sie brauche? Vielleicht, dass ich mein Leben mehr nach seinen oder ihren Vorstellungen gestalte, weil es dann wiederum ihr oder sein Leben einfacher macht? Vielleicht, dass er oder sie eine Leidensgefährtin mehr hat, weil geteiltes Leid fast schon Glück ist? Sie sehen schon, wohin das führt. Nämlich in noch mehr Projektionen, die sich ja zu einer wahren Seuche ausweiten können. Und in meiner Welt hatten wir in den vergangenen Jahren schon genug vom Thema Pandemie.

Ich mag Menschen so nehmen, wie sie sich mir präsentieren. Wenn sie gut drauf sind, genieße ich ihre Gesellschaft. Wenn sie schlecht drauf sind, befinde ich mich in einem Lernraum, in dem ich herausfinden kann, welche Haltung ich dazu einnehme. Vor langem habe ich zum Beispiel beschlossen, mir keine Gedanken mehr darüber zu machen, ob mich jemand anlügt. Weil ich erstens weiß, dass sich die Wahrheit irgendwann Bahn brechen wird. Zweitens, dass ein lügender Mensch von Angst geplagt ist und das nur Mitleid in mir auslöst. Und drittens, weil es mir Freude bereitet, Ungereimtheiten so lange zu hinterfragen, bis erstens ans Tageslicht kommt. Auf mich trifft wohl der Satz zu: „Wenn Dir das Leben Zitronen gibt, mach‘ Limonade daraus.“

Insofern zurück zum Anfang. Ich liebe es, viel Platz für meine Gedanken, Pläne und Besuche zu haben. Gerade habe ich das Schreiben dieser Zeilen unterbrochen, weil ich zu einem Lied aus dem Radio durch mein Wohnzimmer getanzt bin. Das könnte ich in einem 9 to 5-Job nicht. Und das ist mir inzwischen wichtiger, als regelmäßige Honorarnoten zu schreiben. Musik ist auch einer von vielen Wegen, die mich mit der Liebe verbindet – jene zur Menschheit, aber vor allem auch zu einem bestimmten Menschen. Denn Musik kennt keine Grenzen und ist eine universelle Kraft, die Seelen verbindet. Dass unsere Seelen eben momentan nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, an einem Ort miteinander zu tanzen, empfinde ich mitnichten als Mangel, sondern als Chance, Verbundenheit nicht an die Physis zu tackern. Und das hilft nicht nur uns, sondern auch dem Umgang mit der ganzen Welt. Und wenn ich mich mit allen und allem verbunden fühle, arbeite und lebe ich mit leichtem Herzen, finde mich großartig mit 56 Jahren und weiß, dass ich noch so viele Abenteuer vor mir habe. Andere haben ihre Phantasien, ich habe ein wunderbares Leben, das ich jeden Tag gestaltet werden darf. Auch dafür braucht es Kreativität, aber auch eine positive Einstellung und Offenheit. Darauf rutscht jeder Mangel aus.

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FREITAG: Strahlen wie eine Prinzessin

Vermutlich ist es der selektiven Wahrnehmung geschuldet, dass mich das Thema der kulturellen Aneignung weiter begleitet – und von der Realität immer wieder in Frage gestellt wird.

Heute morgen habe ich gehört, dass in Mexiko ein Gesetz auf den Weg gebracht wurde, das indigene Muster davor schützt, von großen Modekonzernen quasi ausgebeutet zu werfen. Das bedeutet: kein Kopieren, Imitieren und Reproduzieren, weil die Designer eben dabei leer ausgehen. Während ich diese Zeilen schreibe, trage ich eine lange Hose mit einem Ethno-Muster und mache mir Gedanken, ob ich dafür politischer Inkorrektheit bezichtigt werden könnte. Noch dazu, weil ich noch nicht einmal recherchiert habe, welchem Kulturkreis dieses Muster entstammt.

Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass man mich aufgrund meiner äußeren Erscheinung anderswo verorten möchte. Kürzlich mit einer Freundin im Eiscafé hat mich ein Mann angesprochen und mir unterbreitet, dass ich nach Santa Eulalia auf Ibiza gehörte, weil ich der Inbegriff einer Hippie-Frau wäre. Die Mutter meiner Kinder sagt immer, dass ich stets nach Urlaub aussehen würde. Und eine Frau im Bus meinte kürzlich, ob ich nicht noch eine Station weiter fahren könnte, weil sie sich meine Ringe noch nicht lange genug angeschaut hätte. Wie mein Haus bin auch ich offenbar stets ein wenig überladen, aber trotzdem einladend genug, um sich Gedanken über mich zu machen.

Das freut mich insofern, weil ich das ja auch tue. Jede Gelegenheit ist mir recht, um Geschichten in meinem Kopf entstehen zu lassen. Und dabei ist es mir herzlich egal, ob sie der Realität entsprechen oder nicht. So geschehen eben an diesem Nachmittag in besagtem Eiscafé, als mich die Freundin auf eine Frau aufmerksam macht, die vollkommen aus der Zeit gefallen schien. Sie trug ein Kleid, das perfekt zum Fünf-Uhr-Tee gepasst hätte, ebenso wie ihre Perlenhalskette und die Ohrringe. Die Frisur bestand aus akkurat nebeneinander gebetteten Haare, die auch der stärkste Orkan nicht durcheinander bringen hätte können. Tasche und Schuhe passten selbstverständlich zusammen. Das Alter der Frau war kaum zu schätzen, wir verorteten sie zwischen 65 und 75.

Irgendwie kam mir diese Zusammensetzung bekannt vor. Und irgendwann einmal fiel der Cent. Sie erinnerte mich an Prinzessin Diana. Kürzlich jährte sich ja ihr 25. Todestag, und beim Anblick dieser Frau dachte ich mir, dass Diana vielleicht so aussehen würde, hätte sie den Unfall überlebt. Jetzt muss man natürlich sagen, dass sie zu Lebzeiten eine Stilikone war und sich bestimmt weiter entwickelt hätte. Und bestimmt keine 61jährige wäre, die ein Kleid im Stil ihrer Schwiegermutter tragen würde. Fast bedauere ich es, dass wir alle diese Entwicklung nicht mehr miterleben durften. Schließlich hat sich ihre Metamorphose nach der Trennung von ihrem Prinzen, der sich nachträglich als ihr persönlicher Frosch herauskristallisiert hat, vor den Augen der Weltöffentlichkeit abgespielt. Wir waren dabei und wir wären auch dabei gewesen, wenn sie sich in eine äußerst geschmackvolle 40-, 50- und 60jährige entwickelt hätte.

Diese Frau im Eiscafé allerdings machte den Eindruck, als hätte sie sich irgendwann einmal in den 1980er und 1990er Jahren dazu entschlossen, Prinzessin Diana als ihr Vorbild zu nehmen. Ich kann mich erinnern, dass ich während meiner Pubertät eine Freundin hatte, die sehr zeitnah zur royalen Hochzeit ihre Frisur anpasste und nur mehr diese spezielle Version eines Bobs trug. Die Fünf-Uhr-Tee-Lady hatte offenbar ebenfalls ihre Entscheidung getroffen und ist ihr seitdem treu geblieben. Ist das im Grunde nicht auch Aneignung? Vielleicht keine kulturelle, weil ja europäisch geprägt, aber angeeignet scheint mir das schon. Verurteilen würde ich dafür allerdings niemanden, denn wir können uns schließlich anlehnen, an wen wir wollen.

Dass mir diese Haltung gut zu Gesicht steht, habe ich umgehend erfahren. Denn jemand, der sich mit stylishen Begrifflichkeiten wenig auskennt wie ich, musste den Namen der Prinzessinnenfrisur googeln. Und dabei erfahren, dass sie gerade wieder im Trend liegt. Damit zurück auf Anfang. Die Fünf-Uhr-Tee-Lady ist also auf dem Höhepunkt der aktuellen Modebefindlichkeit, vermutlich nicht nur, was die Frisur angeht, sondern auch die Perlenkette und das entsprechende Kleid. Ich sollte mir mehr aneignen, wie mir scheint – vor allem Modewissen. Denn Äußerlichkeiten sind geradezu prädestiniert dazu, Menschen in Schubladen zu schieben. Ihnen Eigenschaften zuzuordnen, die ihnen in keiner Weise entsprechen. Verstörend ist dabei für mich, dass ich mir das ja für mich persönlich verbiete, wenn andere mich in deren Schubladen einladen. Und so ist die Moral aus der Geschicht: Beurteile andere nach ihrem Gesicht. Denn das spricht Bände. Wenn es leuchtet, ist es völlig sekundär, was sich darunter abspielt. Insofern kann die Botschaft des Tages nur lauten: Strahlen!

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FREITAG: Aneignung oder Anerkennung?

Wer glaubt, dass ein Kindergeburtstag nur ein überschaubares Spektrum an Gesprächsthemen bietet, irrt. Kürzlich fand ich mich in einer Unterhaltung über kulturelle Aneignung wieder – und nein, das Motto der Feier war nicht „Cowboy und Indianer“.

Auslöser für das Gespräch zwischen Geburtstagstorte und Sektstößchen war die Absage eines Konzerts in der Schweiz. Ein österreichischer Musiker mit Dreadlocks hatte offenbar im Publikum soviel Unbehagen ausgelöst, dass die Barbetreiber ihn nicht auftreten lassen, dafür mit einer Entschädigungszahlung ruhig halten wollten. Ereignisse wie diese tragen im Subtext das Thema der „kulturellen Aneignung“, und das ist heutzutage sehr beliebt als Grund für einen Shitstorm, offenbar nicht nur virtuell.

Das erste Mal, wo mir diese Begrifflichkeit begegnet ist, war, als die Inaugurationsrede für den amerikanischen Präsidenten Joe Biden von der afro-amerikanischen Autorin Amanda Gorman gehalten wurde und diese Rede dann übersetzt werden sollte. Es durfte nämlich keinen weißen Menschen geben, sondern musste eine person of colour sein. Ich habe das damals genauso wenig verstanden wie die Ausladung des Dreadlock-Musikers jetzt in einer Schweizer Bar. Und doch finde ich es spannend, wo die Grenze verläuft. Denn für mich persönlich ist das wichtig.

Man nimmt sich ohne zu fragen etwas, das einem nicht gehört, und schöpft daraus eigenen Nutzen. Das nennt man kulturelle Aneignung. Darunter fallen geistiges Eigentum, traditionelles Wissen oder kulturelle Artefakte, hauptsächlich von Minderheiten. Pfui ist das deshalb, weil man sich etwas aneignet, ohne die Konsequenzen tragen zu müssen, die Minderheiten oft in negativer Art und Weise auszuhalten haben. Beispielsweise in Form von Diskriminierung.

Mein Haus wird von den meisten Besucherinnen und Besuchern als sehr gemütlich empfunden. Das hängt auch damit zusammen, dass ich von meinen vielen Reisen immer etwas mitgebracht habe: Einrichtungsgegenstände, Schmuck, Kleidung. Unter dem Blickwinkel der kulturellen Aneignung ist das wohl auch ziemlich ‚pfui‘, vor allem meine Kleidung. Und ich frage mich jetzt: Darf ich meine Haremshosen weiterhin auf der Straße tragen, weil dieses Kleidungsstück ja nicht meinem Kulturkreis entstammt? Darf meine Freundin keine Henna-Malereien auf ihren Händen tragen, weil es bei uns nur ein rares Mode-Accessoire ist, obwohl sie mit einem Afghanen verheiratet ist? Muss ich mein Armband mit den türkischen Augen ablegen, weil es als Amulett hierzulande unüblich ist? Muss ich meine Mala aus dem Auto entfernen, weil es ein französisches ist und in Österreich fährt? Wo fängt es an und wo hört es auf, das Tanzen auf Eierschalen? Vom Bauchtanzen bei einem Straßenfest will ich da gar nicht sprechen, geschweige denn nachdenken.

Ich gebe zu, dass ich mir selten Gedanken gemacht habe darüber, warum eine Kultur etwas hervorgebracht hat und welche Diskriminierungen diese Kultur eventuell über sich ergehen lassen musste. In meiner Oberflächlichkeit habe ich neue Eindrücke aufgesogen und sie dann versucht, in mein Leben zu integrieren, weil ich das immer so mache und gemacht habe, wenn mir etwas nahe kam. Reisen ist für mich immer noch eine der besten Möglichkeiten, sich zu bilden. Die Welt als ein großes Ganzes zu erleben und darauf Verbundenheit entstehen zu lassen. In andere Kulturen einzutauchen und sich damit zu beschäftigen, erweitert den Horizont und ist – ganz nebenbei – die beste Vorbereitung auf die ganz alltäglichen Herausforderungen der Globalisierung. Stichwort Flüchtlinge. Stichwort Corona. Stichwort Klimawandel.

Im Zuge meiner Recherchen zur kulturellen Aneignung bin ich auf die verwandte kulturelle Anerkennung gestoßen. Letzteres unterscheidet sich von ersterer dadurch, dass man sich umfassend mit einer Kultur beschäftigt, an der man Interesse hat und dieser mit Respekt begegnet. Dann eignet man sich nicht etwas an, sondern trägt die Zeichen einer anderen Kultur aus Anerkennung. Wer also meine Haremshosen anzweifelt, darf gerne einmal mit mir über die 99 Namen der Liebe diskutieren oder sich meine Erfahrungen mit öffentlichen Bauchtanz-Auftritten erzählen lassen. Ich habe orientalische, asiatische und afrikanische Elemente in mein Leben integriert, weil ich fasziniert bin von dem anderen Weg, den man in seinem alltäglichen Leben wählen kann. Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass die westliche Kultur auch nicht nur das Gelbe vom Ei ist, auch wenn sie viele Vorteile bietet. Weil ich dadurch gelernt habe, gelassener mit meinem eigenen Dasein zurecht zu kommen. Schon alleine dafür zollen ich allen Menschen, denen ich auf dieser Reise begegnen und von ihnen lernen durfte, höchsten Respekt. Insofern glaube ich, dass ich mein türkisches Augenarmband behalten darf. Und so jeden Tag daran erinnert werde, dass wir bei aller Verschiedenheit nur durch die Anerkennung der gegenseitigen Ansichten zu einem friedlichen Ganzen zusammenwachsen können.

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FREITAG: Sommer der Liebe – ein Jahr später

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich über meinen damaligen Sommer der Liebe geschrieben. Wer hätte gedacht, dass sich das zu einer Tradition entwickelt?

Kürzlich habe ich gelesen, dass man Transformation nicht aktiv betreiben kann, sondern sich ruhig zurücklehnen und beobachten darf, wie sich das Leben entwickelt. Und man selbst sich mit ihm. Und wenn ich zurückdenke, hat gerade die Pandemie dazu beigetragen, dass man nicht viel mehr tun konnte, als sich zurücklehnend anschauen, was so vor sich geht. Und was das mit einem und einer macht. Nichtsdestotrotz ist es für jemanden wie mich schon hilfreich, nachlesen zu können, wie sich die Transformation denn tatsächlich formiert hat in meinem Leben. Und dafür ist dieser Blog wie gemacht.

Als ich also „Sommer der Liebe“ vom 27. August 2021 gelesen habe, war ich überrascht, wie viel Betrieb letztes Jahr in meinem Leben war. Teile davon haben sich erhalten, wie beispielsweise der Festspielbesuch mit meinem Jüngsten, den ich dieses Mal als Zweitbesetzung absolvieren durfte. Und das auch noch in einer Oper. Habe ich erwähnt, dass ich manche Frauenstimmen einfach nicht aushalte, weil sie mir die Unterhose in die Eingeweide ziehen? Das war mein Hauptargument, warum ich dem gehobenen Gesang bislang weitgehend ferngeblieben bin. Dieses Mal kam ich nicht so einfach davon, habe mich aufgebrezelt und High Heels getragen. Um die lange Geschichte kurz zu machen: Die Oper war ganz okay, die Schuhe am Ende der Nacht ruiniert. Doch das Zusammensein mit meinem Jüngsten wie immer ein Highlight. Denn auch auf seiner Seite findet Transformation statt, und aus der Beobachterperspektive auf andere sieht man Dinge ja ohnehin immer schneller und leichter.

Doch während sich letztes Jahr ein wahrer Besucherregen über meine Türklinke ergoss, war es heuer vor allem einer, der sich bereits im Vorfeld bemerkbar machte. Denn ich kann mich nicht erinnern, dass ich selbst vor meinen eigenen Urlauben so viele Vorbereitungen getroffen habe wie für diesen einen Besucher. Das schloss zum Beispiel Reinigungsarbeiten ein, bei denen ich mich von meinen gewohnten Spinnweben verabschiedet habe. Ich lebe ja mit ihnen, weil ich einfach nicht verhindern kann, dass sich an einer Ecke eine bildet, während ich noch an der anderen Ecke mit dem Staubwedel an der Entfernung eines Spinnennetzes arbeite. Ich nenne das friedliche Ko-Existenz, weil sie mir ja nichts tun und mich deshalb im Grunde auch kaum belästigen. Dass ich den Kühlschrank geputzt habe und bei ganz vielem auch externe Unterstützung hatte, soll natürlich nicht unerwähnt bleiben. Und falls Sie sich das fragen: Ja, ich brauche meist einen Anlass, um ans Eingemachte zu gehen. Putzen ist für mich nämlich kein Lebenszweck. Arbeit schon eher, und auch da gab es vieles vorzubereiten, denn man muss es sich quasi verdienen, zwei Wochen lang Mails zwar zu sehen, aber sie auch mit Leichtigkeit ignorieren zu können. Und natürlich planen. Das lief so gut, dass ich in den wenigen Social Media-Minuten der vergangenen zwei Wochen oft überrascht war, wenn ein Posting von mir online ging. Vollkommen ausgeblendet – ein wunderbares Gefühl.

Geneigte Freunde dieser Zeilen wissen ja, dass ich im Vorfeld und nahezu am Höhepunkt dieser Vorbereitungsarbeiten etwas verbraucht war. Eine Freundin von mir befürchtete sogar eine Art Zusammenbruch, den sie anhand von Stimmnuancen bei der Aufnahme meines Podcasts verortet hatte. Und sie befürchtete weiter, dass das Programm der kommenden zwei Wochen viel zu viel werden würde für mich und meinen Liebsten. Mitnichten! Ich bin 14 Tage lang auf einer Welle der Freude, des Wohlwollens, der Zugewandtheit geschwommen. Und damit meine ich jetzt nicht ausschließlich den Mann an meiner Seite, sondern das Zusammentreffen mit all jenen, die ihn kennenlernen wollten. Das Alter der Menschen lag zwischen 25 und 84, man könnte meinen, da gäbe es unterschiedliche Auffassungen und Impressionen über einen Menschen. Irrtum! Er hat es geschafft, alle zu bezaubern – und ich durfte staunend dabei sein. Durfte staunen darüber, wie sich Gespräche in einer ungewohnten Sprache zu tiefen und offenen Konversationen entwickelten. Durfte staunen über die Herzlichkeit auf beiden Seiten, die ich so sonst nur von Menschen kenne, die ich schon lange in meinem Leben habe. Und ich staunte über mich selbst, wie selbstverständlich ich diesen Mann in mein Leben integriert habe. Schließlich wohne ich seit über sieben Jahre alleine und hatte berechtigte Zweifel, ob sich das Puzzle fügen würde. Es hat, sogar perfekt.

Als ich nach seinem Abflug mit noch immer leicht geschwollenen Augen einer Freundin gegenüber gesessen bin und mich darüber beklagt habe, wie sinnlos dieses Gefühl der Traurigkeit sei, meinte sie: „Ist alles biologisch bedingt. Das macht das Oxytocin.“ Offenbar hatte mich das Kuschelhormon voll im Griff, denn es reduziert Stress, fördert das Miteinander und beglückt. Dass ich das für die kommenden Wochen nur mehr stundenweise ausgeschüttet bekomme, ist ebenfalls traurig, aber auszuhalten. So ein großes Mädchen bin ich inzwischen, dass ich mich nicht an Unveränderlichkeiten abarbeite. Vor allem nicht nach einem zweiwöchigen Traumurlaub jenseits von Palmen, Strand und Meer. Wer hätte das gedacht? Ich nicht.

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FREITAG: Gute Nachrichten vor der Pause

Interessanter Morgen, der mir in dieser Woche begegnet ist. Und er hat mir gezeigt, dass sich nicht alles um Dystopien drehen muss, also darum, was man als wenig wünschenswert betrachtet.

Natürlich geht es in der aktuellen Nachrichtenlage nicht nur darum, an den Rosen zu schnuppern. Doch glücklicherweise hat uns die Technologie befähigt, uns genau das auszusuchen, was wir wollen – oder eben nicht wollen. Und mich mit einer wenig wünschenswerten Zukunft zu beschäftigen, gehört da absolut dazu. In Zeiten wie diesen muss ich mich auch ohne Nachrichten-Input daran erinnern, dass wir die Zukunft nur mit dem Wissen aus der Vergangenheit einschätzen können, und da ist automatisch immer ein Unsicherheitsfaktor dabei. Schließlich ist die Zukunft vor allem eines: mitnichten absehbar.

Umso wohltuender empfinde ich es, wenn das Programm in meinem bevorzugten Radiosender das berüchtigte Sommerloch – das ich persönlich nie erlebt habe – mit einer Reportage über einen Friseursalon in Israel füllt. Ich lausche dieser Serie schon seit geraumer Zeit, weil ich selbst mit Spannung immer meinen Haarkünstler besuche und dabei beobachten kann, womit er jenseits von Waschen und Schneiden befasst ist. Nämlich mit den Problemen und Anliegen seiner Kundschaft. Die Kundschaft dieses israelischen Haarsalons hat Läuse. Und ja, offenbar ist das dort durchaus verbreitet. Ich hatte ja das Glück, dieses Problem bisher aus meinem Leben fernhalten zu können, und ich habe auch nie darüber nachgedacht, dass man von Ungeziefer auch als erwachsener Mensch befallen werden kann. Die Betreiberin dieses Salons ist gelernte Graphikdesignerin, die diese Marktlücke entdeckt und für sich genutzt hat.

Jetzt kann ich mir angenehmere Berufszweige vorstellen, für die man sich als Zweit- und Drittkarriere entscheiden könnte. Doch die Hauptsache ist stets, dass man Freude und Erfüllung dabei empfindet, womit man einen Großteil seiner Tage verbringt. Und ich kann mir vorstellen, dass es sehr erfüllend ist, wenn man der Kundschaft irgendwann einmal mit diesem Nissenkamm durch die Haare fährt und verkünden kann, dass der Mikrokosmos rund um das Kronenchakra wieder rein menschlich ist. Ich persönlich gehe ja mit dieser Haltung auch zu Ärzten, speziell zum Zahnarzt. Denn besonders hier hat man immer die Wahl. Entweder fürchtet man sich vor dem Bohren, Schaben, Spritzen oder man konzentriert sich darauf, dass es einem danach idealerweise besser geht. Weil der Zahn nicht mehr schmerzt, weil der Zahnstein weg ist, weil der Eiterherd trockengelegt wurde. Das sind auch gute Nachrichten, und noch dazu vor der eigenen Haustüre.

Um meine eigene Haustüre werde ich mich auch in den kommenden zwei Wochen kümmern. Und das bedeutet, dass ich eine Arbeitspause machen werde. Ob es Urlaub wird, kann ich erst danach sagen. Ich habe natürlich eine Vorstellung von den nächsten 14 Tagen, wie sie sein sollten, aber auch, wie sie sein könnten. Und das allein ist der beste Beweis, dass ich eine Auszeit dringend nötig habe. Denn wenn ich mich selbst nicht mehr davon abhalten kann, Dystopien zu entwickeln, ist es höchste Zeit, abzutauchen. Haben Sie eine gute Zeit, tauchen Sie weiter ein in den Sommer und bleiben Sie im Moment. Ich melde mich, wenn ich den Abstecher in die andere Welt bis zur Neige ausgekostet habe.

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Den nächsten Blogbeitrag gibt es wieder am 26. August 2022.

FREITAG: Die Welt als Inspiration

Ich gebe es zu: Meine Pippi Langstrumpf-Welt ist mir heilig. Doch wenn ich Kontakt zur Außenwelt bekomme, macht mich meine Einstellung nachdenklich.

Dieser Moment, wo eine mittelgroße österreichische Landeshauptstadt zum Kulturnabel der Welt wird, hat etwas Magisches. Und am Anfang der 47 Tage Trubel an der Salzach steht traditionell die Eröffnung der Festspiele mit allem Brimborium, das so ein Festival verdient. Wunderbare Musik, aufgeräumte Gäste, elegante Garderoben – und inspirierende Reden. Ihre Inhalte scheinen sich wie Wind durch die Gassen zu verteilen, denn selten treffen sich an einem Ort begabte Redner und Rednerinnen im Dienst der Kultur. Dass sie eine Stadt mit Magie erfüllen kann, erlebe ich seit Jahrzehnten, auch wenn das dazu führt, dass in diesen Tagen die Kaffeepreise deutlich in die Höhe rutschen.

Doch das mit den steigenden Preisen erleben wir ja schon seit geraumer Zeit. Und selbst wenn wir es nicht merken würden, gäbe es noch die Medien, die von nichts anderem reden – und das nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland. Einer Umfrage in München entnehme ich, dass die Menschen einerseits um 30 Prozent mehr Bio-Produkte kaufen, sich im Zweifelsfall aber dann doch für die Eigenmarke des jeweiligen Handelskonzerns entscheiden. Es ist von Sparmaßnahmen die Rede, weil mit dem vermutlich knapper werdenden Gas im Herbst auch der Gürtel enger eingelocht werden müsse. Und das alles, weil ein Mann an der Moskwa keinen anderen Kanal für sein Ego finden kann als jenen, Fortschritt rückgängig zu machen. Gut, ich möchte hier nicht politisch werden, die Reden des heutigen Vormittags drehten sich ausreichend um Situationen dieser Art.

Und bei allem richtigen, was über Krieg, zerstörte Umwelt und mangelndes soziales Miteinander in diesen Stunden gesagt wurde, stand auch die Frage im Raum, ob man denn feiern dürfe, während andere um ihr Überleben kämpfen. Diese Frage stellt sich immer wieder in einer Welt zwischen Schwarz und Weiß. Darf man das Werk eines Schriftstellers lesen, obwohl er bei der SS war? Darf man die Musik eines Künstlers gut finden, dem kein besonders gesundes Verhältnis zu Kindern nachgesagt wird? Darf ich mir einen Film anschauen, der von einem Mann produziert wurde, während er auf irgendeinem Sofa eine Frau sexuell genötigt hat? Natürlich ist ein NEIN einfach, weil man danach seine Ruhe hat. Weil man sich mit unangenehmen Themen wie diesen nicht mehr beschäftigten muss. Doch in meinen Augen ist diese Welt vieles, nur nicht einfach. Und das gerade finde ich spannend.

Weil es zum Nachdenken anregt über die wirklich wichtigen Dinge, über die persönliche Ethik, die eigene Haltung zur Welt. Wie man Menschen begegnet, wie man Situationen immer neu einschätzt, wie wir uns in einer sich verändernden Welt zurecht finden. Dazu braucht es Inspirationen wie jene, die ich heute einsaugen durfte. Und natürlich braucht diese Welt die Kultur, ganz einfach, um aus der Distanz zum Alltag durchatmen zu können und eine vielleicht andere Position zu den Dingen zu finden. Mein Ältester hat irgendwo gelesen, dass sich die Vibration der Welt in einen positiven Bereich hebt – langsam, aber stetig. Und ich stimme mit ihm überein, dass jeder und jede von uns dazu beitragen können. Ob es eine direkte Freundlichkeit ist, die leidenden Menschen zugute kommt oder ob es tatsächlich nur der tägliche Vorsatz ist, Freundlichkeit zu leben, sobald man das Haus verlässt – das Mindeste ist, auf das Schöne dieser Welt zu schauen. Denn das gibt es auch. Und dazu gehört Kultur ebenso wie ein Lächeln, eine tanzende Frau oder ein fürsorglicher Mann. Und wenn ich nach soviel Inspiration das Festspielhaus verlasse und pfeifende Demonstrierende vorfinde, wünsche ich mir, dass sie ebenfalls diese Reden gehört hätten. Nicht dass ich etwas gegen Protestaktionen hätte: Manchmal hoffe ich halt, dass Menschen begreifen, dass durch Abschätzigkeit und negative Vibes keine Meter zu machen sind – a la longue. Das allerdings gilt natürlich für alle Seiten. Doch selbst hier gilt: Aug um Aug, Zahn um Zahn sollte gründlich überdacht werden. Die Welt ist bunt, unsere Handlungsoptionen auch. Immer.

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Noch bis 1. August 2022: https://tvthek.orf.at/profile/Festakt-zur-Eroeffnung-der-Salzburger-Festspiele/13887564/Festakt-zur-Eroeffnung-der-Salzburger-Festspiele-2022/14143867

FREITAG: Lass die Leute reden

Offenheit hat immer eine helle und eine dunkle Seite. Meine Erfahrung ist, dass die helle bei weitem überwiegt, weil sie Nähe und dadurch Verbundenheit schafft. Für mich persönlich war das immer ein Selbstläufer, trotz Warnungen.

Schon als Kind habe ich immer wieder gehört: „Erzähl Fremden nicht immer alles über Dich oder unsere Familie.“ Und ich habe das schon damals nicht verstanden, weil ich in meiner Welt ja nicht über meine Verwandtschaft, sondern von mir erzählt habe. Wie ich sie erlebe, welche Gedanken sie in mir auslöst. Doch heute verstehe ich, dass Menschen eben unterschiedlich mit dem umgehen, was ihr Ureigenes ist. Und dass viele von ihnen tatsächlich nicht wirklich darüber reden, was sie tatsächlich umtreibt.

Kürzlich habe ich meine Mutter zu einem Kontrolltermin nach einer Augenoperation begleitet und dabei zufällig eine alte Freundin von ihr getroffen. Sie war sehr aufgeregt darüber, dass sie nicht wusste, dass meine Mutter diese OP gehabt hatte, obwohl sie meiner Mutter jedes kleine Detail ihrer eigenen Krankengeschichte mitteilt. Die beiden kennen sich seit Jahrzehnten und haben mehr oder weniger auch so lange Kontakt. Da wurde mir wieder einmal bewusst: Meine Mutter ist eine sehr diskrete Person, vor allem was ihre eigenen Befindlichkeiten angeht. Was sie davon hält, dass ich diesen Blog schreibe, können Sie sich vorstellen.

Vor einiger Zeit saß ich mit acht wunderbaren Frauen meines Alters zusammen. Die Atmosphäre war sehr vertraut, obwohl sich einzelne Weiber noch gar nicht kannten. In einer ersten Runde wurde die Frage gestellt, welche Themen denn wichtig für sie seien und worüber sie sonst kaum oder gar nicht reden. „Sex“ antworteten viele. Das überraschte mich, denn Sex hat mich immer beschäftigt, seit ich weiß, was das ist. Selbst in den Zeiten, wo ich bewusst darauf verzichtet habe, kam ich dem Thema nicht aus, weil er für mein soziales Umfeld ein Thema war. Ich finde es wichtig in Freundschaften, einen wertschätzenden Raum für alles mögliche zu eröffnen. Und wenn Sex frau eben beschäftigt, soll es so sein. Neun Frauen über Sex reden zu hören, ist übrigens eine großartige Erfahrung.

Ich bin eben immer sehr dafür, dass man sich Dinge von der Seele redet. Und das möglichst direkt. Das musst jetzt nicht heißen, dass man gleich Sexprobleme oder anderes Intimitäten auf den Tisch packt. Das kann auch ein Gedankengang sein, der zum eigentlichen Thema führt. Entwicklungen in Gedanken, Worten und Taten finde ich immer spannend – viel mehr, als zu erfahren, wo jemand wann etwas getan hat. Ganz zu schweigen von „Mein Pferd, mein Haus, mein Segelboot“- Konversationen. Interessiert mich Nüsse, ermüdet mich, weil laaaaaangweilig.

Ich höre viele dieser Entwicklungsgeschichten, was meinen Alltag unglaublich bereichert. Doch ich weiß auch, dass das wesentlich damit zusammenhängt, dass ich ein offener Mensch bin. Dass ich auch meine Themen anspreche, ohne Rücksicht darauf, was jemand von mir denken könnte. Siehe diesen Blog. Schon 2008 sangen „Die Ärzte“ das Lied „Lasse redn“, was vollkommen meiner Erlebenswelt fast von Anbeginn meiner Existenz entsprach. Lange war mein Dasein als Tochter davon bestimmt, mich den Erwartungen anderer anzunähern. Den Sinn konnte ich nur spärlich nachvollziehen,, weil ich schon damals das Gefühl hatte, dass ich damit auf keinen grünen Zweig kommen würde. Heute weiß ich es.

Was mir auch bewusst ist: Nur weil ich mir meine Offenheit nicht nehmen ließ, haben sich andere Menschen mir geöffnet. Und daraus haben sich ganz wunderbare Begegnungen und Freundschaften ergeben, auf die ich keinesfalls verzichten möchte. Selbst wenn es nur einmalige Erlebnisse waren, die nach einer Nacht vorbei gezogen sind, haben sie meiner Welt einen Stupser gegeben und den Drall erhöht – zumindest für eine kurze Zeit. Heute morgen habe ich in „Wenn es verletzt, ist es keine Liebe“ gelesen, dass das Ausmaß von Offenheit darüber bestimmt, wie inspirierend man von seiner Umwelt wahrgenommen wird. Und wenn ich auf mein soziales Umfeld schaue, alle wunderbaren Menschen, die es mit mir gestalten, bin ich glücklich. Glücklich darüber, dass ich mich nicht von den gut gemeinten Warnungen und wenigen schlechten Erfahrungen dahingehend beeinflussen habe lassen, meinen Mund zu halten, wo ich sprechen wollte und musste. Offenheit schafft Verbundenheit, weil sie Nähe herstellt, weil sie ermöglicht, dass wir uns als verletzliche Wesen begegnen und miteinander wachsen können. Und dann die Erfolge feiern können. Auch wenn es momentan zu heiß zum Feiern ist. Doch auch um zwei Uhr nachts kann man noch tanzen. Alleine oder – noch besser – miteinander.

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Musiktipp: www.youtube.com/watch?v=AaQcnnM2a70

FREITAG: Tun, als ob

Ich gebe es zu: Schon allein die Aussicht auf Temperaturen über 40 Grad lähmen mich – körperlich wie gedanklich. Doch glücklicherweise habe ich kleine Helferlein, die mich immer wieder unterstützen.

Um kreativ zu werden, muss man laut Osho allein gehen können. Sich frei machen von allen gesellschaftlichen Konditionierungen. Von alleine kann heute keine Rede sein, was aber vorhersehbar war, da sich heute der Installateurstrupp angesagt hatte. Mein Ex kam zur Unterstützung, denn Männer verstehen sich untereinander eben besser als die kreative Frau und der praktische Installateur. Wenn ich ihm einen Chi-Kaffee anbieten würde, wären mir ein Augenrollen und ein brummendes „Äh“ sicher. Mein Ex würde einfach „Was zu trinken?“ fragen und alle wüssten, was Sache ist. Doch das tatsächlich erleben zu dürfen, ist mir heute nicht vergönnt. Ein Krankheitsfall hält die Truppe fern, mein Ex macht sich trotzdem nützlich, nageln den Boden meiner Terrasse, schneidet die Büsche. Und wieder einmal freue ich mich, dass wir unser „conscious uncoupling“ so gut hinbekommen haben. Bei manchen Ex-Paaren wächst ja nichts mehr, was es zu schneiden gäbe.

Normalerweise würde ich – wie jeden Mittwoch – tatsächlich alleine gehen, nämlich zum Bauchtanzen. Doch auch hier: ein Krankheitsfall. Danach wäre ein Alleingang zu einer Freundin geplant gewesen. Ich hasse es, mich zu wiederholen, aber: Auch sie ist ein Krankheitsfall. Und so werde ich es heute wohl nicht mehr schaffen, meine Kreativität durch Alleinegehen zu nähren. Also bleibt mir nur der andere Weg, nämlich die gesellschaftlichen Konventionen zu sprengen. Osho sagt, dass die Poesie dabei helfen kann. Poesie in dem Sinne, dass mit Sprache Lebens- und Welterfahrung, aber auch Deutung passiert. Deutung passiert in meinem Leben nicht nur dadurch, dass ich Eins und Eins zusammenzähle. Mathematik ist ja nicht gerade meine starke Seite. Vielmehr greife ich in solchen Fällen zu Karten jeglicher Art. Meine „Voll50 und halb philosophisch“-Karten sagen mir heute nur, dass ich meine eigene Geschwindigkeit finden soll. Ehrlich gesagt, kann ich mir das gerade nicht leisten, weil meine Redakteurin auf den Text wartet, der morgen zur Lektorin geht und am Freitag erscheinen soll. Meine Geschwindigkeit ist – wie erwähnt – lähmend, doch das ist heute ein Luxus, der unmöglich ist. Also greife ich zu einem Kartendeck für schöpferische Menschen und bekomme den Hinweis, dass Magisches dann passiert, wenn man es am ehesten erwartet. Nicht am wenigsten. Just saying.

Das bedeutet in meiner Welt nichts anderes, als dass ich das erfahre, was ich manifestiere. Und wenn ich dem Leitsatz „fake it until you make it“ folge, der nichts anderes bedeutet, als dass man so lange tut, als wäre etwas schon eingetreten, bis es eintritt, finde ich es schon sehr magisch, dass ich einfach drauflos schreiben und mich selbst davon überraschen lassen kann, was dabei herauskommt. Praktisch bedeutet das: Ich habe so getan, als würde ich einen Blogbeitrag schreiben. Und das heißt, ich habe mich an meinen Schreibtisch gesetzt, eine neue Dokumentvorlage geöffnet und einfach einen Dialog mit Ihnen begonnen. Dabei habe ich die gesellschaftlichen Konventionen insofern gesprengt, dass ich Sie unhöflicherweise nicht zuerst gefragt habe, wie es Ihnen geht. Sondern gleich zu reden begonnen und vorausgesetzt, dass es Ihnen gut geht. Ich war sicher, dass ich Ihnen etwas Konstruktives zu sagen habe, wie ich es jeden Freitag tue. Obwohl ich anfangs keine Ahnung hatte, in welche Richtung es gehen könnte. Das ist nicht jede Woche so, seien Sie beruhigt. Viel häufiger verarbeite ich meine Erlebnisse und teile die daraus gewonnenen Erkenntnisse mit Ihnen. Doch heute muss ich gestehen: Ich habe sie auf eine Entdeckungsreise mitgenommen, mit unbekanntem Ausgang.

Jetzt, wo wir am Ende angekommen sind, ist der Ausgang bekannt. Der Satz „fake it until you make it“ konnte bewiesen werden. Sollten Sie also einen Wunsch haben und nicht so genau wissen, wie er sich umsetzen lässt: Tun Sie einfach so, als wäre er bereits umgesetzt. Möchten Sie lieben, beginnen Sie bei sich selbst. Möchten Sie singen können, tun Sie’s einfach, egal ob der Ton richtig oder falsch sitzt. Möchten Sie verreisen, überlegen Sie sich, was Sie in den Koffer packen würden. Das mag vielleicht nicht den gesellschaftlichen Konventionen entsprechen, die von uns erwarten, dass wir uns erst dann angemessen zu verhalten haben, wenn es die Realität erfordert. Quatsch! Wir schaffen unsere Realität selbst. Also los – lieben, tanzen, singen, verreisen – ich kann es, Sie können es auch!

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FREITAG: Meine Buddha-Praxis

Eigentlich wollte ich ja über das Thema Bewertungen schreiben, doch nun wurde in den Raum gestellt, dass ich eventuell überfordert sein könnte. Was mich im Grunde doch wieder zum Bewerten bringt.

Ich freue mich immer über die Rückmeldungen zu meinen freitäglichen Ergüssen, denn nur ins Schwarze, wahlweise Blaue hinaus zu schreiben, ist nur bedingt zufriedenstellend. Schließlich sind Blogbeiträge Einladungen zum Exkurs, entweder sprachlich oder zumindest gedanklich. Entweder zwischen Leser und Schreiberin oder auch gerne im inneren Monolog. Und irgendwie wusste ich es in den letzten beiden Wochen, dass meine Zeilen auf Resonanz stoßen würden.

Erinnern wir uns an meine sprachlichen Ausschweifungen über das zusammenpassende Unterwäsche-Set. Während mein lokales soziales Umfeld mit viel Humor darauf reagierte, lösten meine Zeilen anderswo Stirnrunzeln und Abschätzung aus. Eine Leserin meinte, ich hätte den Text für eine Frauenzeitschrift verfassen können, aber doch nicht für eine Plattform für buddhistische Perspektiven, auf der seit 2016 der FREITAG original erscheint. Vor Jahren hatte mir einmal jemand angeboten, seine Beziehungen spielen zu lassen, damit ich bei einer der heimischen hochglänzenden Frauenzeitschriften schreiben kann. Damals habe ich das abgelehnt, weil mir eine Jobvermittlung durch die Einnahme von Vitamin B immer schon zuwider war. Wenn ich heute höre, dass ich wie eine der Hochglanz-KollegInnen schreibe, bin ich so gelassen geworden, dass ich das durchaus als Gewinn insofern sehe, dass ich zumindest zielgruppengerecht schreibe. Stichwort Gelassenheit: Für mich ist das eine Eigenschaft, die ich durch die Beschäftigung mit buddhistischen Perspektiven durchaus kultivieren konnte. Insofern bin ich doch nicht so falsch an diesem virtuellen Ort.

Weniger gewinnbringend, dafür umso wertender empfand ich eine Aussage über das unterirdische Niveau meines FREITAGs. Nun muss ich sagen, dass sich gerade halb Österreich über einen Fernsehmoderator echauffiert, dessen Sakko spannend geschnitten war und eben spannte. Ich habe mir die Nachrichtensendung nicht angesehen, doch ich bin sicher, dass es zwischen dem ersten Anblick des gespannten Sakkos und dem Abspann, wo der Moderator ankündigte, ein bisschen weinen zu gehen, doch einiges an Informationen gab, die den einen oder die andere betroffen machen hätte können. Und doch wirbelte das Moderatoren-Sakko unglaublich viel virtuellen Staub auf. Ich könnte in diesem Zusammenhang auch sagen, dass manche Menschen wirklich keine größeren Probleme haben, als ihren Modegeschmack beleidigt zu sehen. Ich könnte den Moderator bewerten, zu dem ich natürlich eine Meinung habe. Ich könnte aber auch den Kopf schütteln und mich den Dingen zuwenden, die ich für wichtig erachte. Und genau das ist der Punkt. Wir Menschen verteilen unsere Wichtigkeiten nach unserem persönlichen Gutdünken. Für die einen bricht einen Welt zusammen, wenn auf einen heißen Tag ein Gewitter folgt. Für die anderen bricht sie zusammen, weil sie statt fünf Sorten Tomaten nur drei in den Supermarkt-Regalen vorfinden. Und die dritten ärgern sich über Flüchtlinge, Amokläufe und die mangelnden Maßnahmen gegen den Klimawandel. Wenn wir uns lieber darauf beschränken, andere und ihr Tun zu bewerten, als eigenes in die Welt zu bringen, wird bald nichts mehr passieren. Oder die Gesellschaft wird in Aktive und Passive gespalten, was dem großen Ganzen mitnichten dient.

Spaltung war in der vergangenen Woche das Thema meiner verschriftlichten Gedanken. Und diese Ausführungen haben offenbar dazu geführt, dass ich überfordert rübergekommen bin. Der erste Gedanke war: „Ich bin nicht überfordert!!!“, doch den ersten Gedanken sollte man in meiner Welt gleich einmal verwerfen. Denn da spricht das Ego, das sich angegriffen fühlt, weil sich jemand ein Urteil erlaubt hat. Und ja, jemanden als überfordert einzuschätzen, hat einen bewertenden Charakter. Doch der zweite Gedanke war einer, der mit den Anregungen konstruktiv umgehen wollte. Der dem Gegenüber sachlich begegnen wollte, weil in dem Kommentar – übrigens dem eines Mannes – sehr viel Freundlichkeit steckte. Ich mag es, wenn Männer eine wöchentliche Kolumne lesen, die sich mit dem Alltag einer 56jährigen Frau beschäftigt. Und ja, diese 56jährige Frau ist tatsächlich manchmal überfordert. Treue Leserinnen und Leser werden das immer wieder zwischen den Zeilen gelesen haben. Denn unsere Welt fordert uns. Sie fordert uns auf, ihr zu begegnen, uns mit ihr auseinanderzusetzen, sie in unser Inneres zu implementieren. Nicht alles, aber vieles. Und das ist anstrengend, vor allem, weil es nicht immer gleich flutscht. Eine vierte Impfung ist für mich genauso wenig ein handlungsmäßiger Selbstläufer wie Zeitmanagement oder eine Fernbeziehung. Auch die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine, mangelnde Achtsamkeit oder eine Krankheit von geliebten Menschen schlüpfen nicht einfach in mein System. Da muss ich nachdenken, da muss ich verstoffwechseln, da will ich einen Weg finden. Und das ist fordernd, manchmal auch überfordernd. Weil die Zeit oft nicht reicht, das abzuarbeiten, was vor den eigenen Füßen passiert UND gleichzeitig das große Ganze zu behirnen.

Der einzige Weg aus dieser temporären Überforderung ist, manchmal alle Fünfe gerade sein zu lassen. Manchmal ein Thema oder eine Aufgabe auf morgen zu verschieben oder eine Herausforderung auszusitzen. Kurz: Gelassenheit zu kultivieren. Denn was frau mit 56 tatsächlich braucht, ist Zeit zum Durchatmen. Und das Atmen ist ja auch aus buddhistischer Sicht ein gutes Werkzeug, um sich zu distanzieren. Von den eigenen Gedanken, aber auch jenen der anderen. Und vor allem, wenn man versucht ist, andere zu bewerten. Schließlich sollte man erst in den Schuhe eines anderen Menschen gehen, um sich eine Meinung erlauben zu können. Und selbst wenn man das getan hat, ist Freundlichkeit immer noch das Gebot der Stunde. Denn in meiner Welt gibt es keine schlechten Menschen, sondern höchstens fragwürdige Verhaltensweisen. Und mit Fragen hat sich schon vieles geklärt. Was mir am Buddhismus immer sehr gut gefallen hat, ist: Es gibt so viele Möglichkeiten, in der Praxis zu üben. Und diese Praxis sieht eben für jeden Menschen anders aus.

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FREITAG: Selbstbestimmung mit Vernunft

Mein Tag hat heute mit einem Podcast über Diversity begonnen. Und da ich ja bekanntermaßen an Serendipität glaube, bin ich dankbar für diese Inspiration. Und schummle mich nicht mehr um ein Thema herum, das mich seit Wochen umtreibt.

Schon seit Wochen trage ich mich mit dem Gedanken, über dieses Thema zu schreiben. Denn nach der Lektüre von Alice Schwarzers Anthologie „Transsexualität“ treibt mich das Thema Geschlechter ziemlich um. Sie fragt in diesem Buch danach, was eine Frau, was ein Mann ist. Und auch nach dem, was sich mit dem Gendersternchen, dem Binnen-I, dem Unterstrich oder dem Doppelpunkt identifiziert. Und wann sie was für angemessen und richtig hält. Im Zuge dieser Lektüre habe ich mir mit einer Freundin auch den Film über sie angesehen und das Dunkel des Kinosaals schwer beeindruckt verlassen. Ich bin ja mit einer Männergeneration aufgewachsen, die in dieser Frau nur eine Belästigung, im besten Fall eine Bedrohung gesehen hat. Manchmal habe ich diese Einschätzung übernommen, doch nur, weil ich einfach andere Prioritäten hatte, als mich mit ihr und ihren Ansichten zu beschäftigen. Heute muss ich sagen: Alice Schwarzer ist nicht nur eine schöne, 80jährige Frau, sondern auch eine sehr vernünftige Frau, wenn es um Gleichberechtigung geht.

In den 1970er Jahren hat sie über 300 Frauen dazu gebracht, sich öffentlich zu einer Abtreibung zu bekennen. Damit hat sie der Frauenbewegung neuen Schwung verliehen. 2022 wird in den USA das Recht auf Abtreibung aufgehoben. Ob manche Menschen das, beispielsweise aus religiösen Gründen, begrüßen, lasse ich einfach stehen. Was mich allerdings umtreibt, ist das zurückgenommene Recht auf Selbstbestimmung. Und das auf dem Umweg der Legislative. Vor einigen Jahren war bei uns im Gespräch, das Rauchen im Auto ganz zu verbieten. Inzwischen wird man „nur“ mit 100 Euro bestraft, chauffiert man ein Kind oder einen Jugendlichen unter 18 Jahren. Als wüsste man als Raucherin nicht selbst, dass man den Nachwuchs tunlichst nicht anqualmen sollte. Und was wir natürlich auch gelernt haben: Wenn wir uns schlecht fühlen, müssen wir uns offiziell registrieren lassen, damit auch alle wissen, dass wir uns schlecht fühlen. Und daheim bleiben. Ein Freund schrieb mir gestern: „Und vor drei Jahren hätte man gesagt, nimm Paracetamol und geh ins Büro. Heute gleich Quarantäne.“ Und wenn man freiwillig eine Maske trägt, wird einem unterstellt, dass man möglicherweise krank, aber „verkehrseingeschränkt“ trotzdem unterwegs ist. Und das alles, weil wir vollkommen verlernt haben, die Zeichen unseres Körpers zu achten und uns angemessen zu verhalten. In meiner Welt ist klar: Wenn ich mich nicht gut fühle, bleibe ich zuhause. Punkt. Da brauche ich keine Verordnungen, maximal einen Arztbesuch. Doch auch hier leckt die Selbstbestimmung. Und ich frage mich, wie es dazu kommen konnte, dass wir dem zugestimmt haben.

Irgendwo habe ich im Zuge des US-amerikanischen Urteils gehört, dass junge Menschen für das Abtreibungsverbot auf die Straße gegangen sind. Gleichzeitig nimmt die Zahl derer zu, die ihren Körper noch vor der Pubertät in einen anderen Geschlechterzustand operieren wollen. Das sind übrigens viermal mehr Mädchen als Burschen. Ist Selbstbestimmung inzwischen Ermessenssache? Hier gut, dort schlecht? 73 Geschlechter soll es inzwischen geben, was eine Freundin zu der Aussage veranlasst: „Ich zweifle an meiner Denkwelt trotz meiner Aufgeschlossenheit.“ Abgesehen von der Tatsache, dass ich der Meinung bin, dass uns 73 Geschlechter nur weiter in die Teilung der Gesellschaft hineintreiben – ich vermisse Gespräche mit meinen Kindern. Genau in solchen Situationen, wo ich mir vieles nicht mehr erklären kann, haben sie mir vielfach die neue Welt erklärt und mir damit ermöglicht, meine Perspektive zu wandeln. Wenn ich die nächsten Generationen derartig auf den Kopf gestellt empfinde, befinde ich mich allerdings genauso in einem Zustand der Trennung wie Menschen mit 73 Geschlechtern. Und das tut weder mir noch den jungen Menschen gut, die für mich immer mehr als alles Hoffnungsträger waren und sind. Doch um dabei ein gutes Gefühl zu haben, brauche ich Brücken. Oder Krücken? Langsam verstehe ich ältere Menschen, die das Empfinden entwickeln, den Anschluss zu verlieren. Doch dabei werde ich es nicht belassen. Habe jetzt in der Whatsapp-Gruppe mit meinen Kids nach einer Orientierung gefragt. Mein Jüngster schreibt, dass Abtreibung die eigene Entscheidung sein und nicht offiziell geregelt sein sollte. Meine Tochter wird deutlicher: „Eine Abtreibung zu verbieten und damit vor allem Vergewaltigungsopfern, Prostituierten oder Drogenabhängigen, aber auch jungen dummen Menschen etwas aufzudrängen, was diese nicht aufziehen können, ist absolute Qual.“ Und selbst wenn die Stellungnahme des Ältesten noch aussteht, bin ich schon beruhigter. Ganz aus der Welt gefallen scheine ich also noch nicht zu sein. Meine Kinder sind großartige Brückenbauer!

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